Gestern, 15:01
Ein extremes El Niño Ereignis soll sich die nächsten Monate über den Südpazifik ereignen. Aktuell ist es sich schon gut am aufbauen, hier als Beispiel die Vorhersage vom EZWMF:
el nino EZ.jpg (Größe: 71,84 KB / Downloads: 16)
Alles ab 2°C Abweichung ist ein sehr starker El Niño, sollte es gegen 3°C gehen, sprechen wir von einen Super El Niño . Sollte es tatsächlich über rund 3,5°C Abweichung erreicht werden wie zumindest einige Läufe hindeuten, wird es ein historisches Ereignis! Aktuell sind die Vorhersagen aber noch etwas unsicher, ab Juni wird es dann sicherer.
Die Region dieses Nino3.4 ist hier mal gut abgebildet:
el nino regionen.jpg (Größe: 67,4 KB / Downloads: 14)
Man sieht gut das wir da über eine sehr große Fläche reden, die deutlich zu warm sein wird. Da kann man sich gut vorstellen, dass das in der Welt nicht ohne Einfluss auf viele Regionen einhergeht. Denn die Energie die durch Verdampfung in die Atmosphäre geht ist gewaltig. Dazu ist auch der Bereich nördlich von dem Nino3.4 Gebiet sehr warm, an der Westküste Nordamerikas ist aktuell schon eine maritime Hitzewelle am stattfinden. Die direkten Einflüsse sind natürlich für die Regionen die am Pazifik liegen. Dort wird es in der Asiatischen, Australischen und Ozeanischen Region sehr trocken mit Dürren und im Bereich von den Nord- und Südamerikanischen Kontinenten nass mit allen Begleiterscheinungen wie Fluten und Hochwasser geben. Bei La Niña (in den benannten Pazifikregion zu kühle Temperaturen) ist es anders herum, was durch eine sich jeweils ändernde Windrichtung in diesem Gebiet ergibt und die feuchte Luft entweder nach Osten oder Westen drückt.
Bei uns ist der Einfluss indirekter und kann auch durch unsere NAO oder AO überschrieben werden, doch je stärker das Ereignis, hat sich auch eine stärkere Beeinflussung ergeben. So ist eventuell schon ab Juni oder Juli und vor allem nächsten Sommer mit durchaus häufigeren Blockinglagen und allgemein höheren Amplituden des Vordringens der Warm- und Kaltluft zu rechnen, unterstützt wird das auch die Langzeitvorhersagen, die einen recht warmen Sommer anzeigen. Natürlich kann wie gesagt der Atlantik dazwischen Funken, aber die Wahrscheinlichkeiten sind dadurch erhöht.
Auch wie sich das El Niño Ereignis sich im Verbund mit der eben erwähnten maritimen Hitzewelle im Nordpazifik verhält und welche Auswirkungen das Zusammen hat ist eine spannende Frage, das sind einige tausend Quadratkilometer deutlich zu warmes Wasser die sich da an deuten.
Im Winter könnte das wiederum andere Auswirkungen haben, nasser gen Südeuropa und trockener im Norden z.B., doch sollte man dahingehend noch abwarten.
Hie am Ende noch einen interessanten Absatz dazu aus der Mittelfristbericht des DWD, wo sich der Meteorologe Helge Tuschy damit auseinandersetzt (Achtung lang!):
el nino EZ.jpg (Größe: 71,84 KB / Downloads: 16)
Alles ab 2°C Abweichung ist ein sehr starker El Niño, sollte es gegen 3°C gehen, sprechen wir von einen Super El Niño . Sollte es tatsächlich über rund 3,5°C Abweichung erreicht werden wie zumindest einige Läufe hindeuten, wird es ein historisches Ereignis! Aktuell sind die Vorhersagen aber noch etwas unsicher, ab Juni wird es dann sicherer.
Die Region dieses Nino3.4 ist hier mal gut abgebildet:
el nino regionen.jpg (Größe: 67,4 KB / Downloads: 14)
Man sieht gut das wir da über eine sehr große Fläche reden, die deutlich zu warm sein wird. Da kann man sich gut vorstellen, dass das in der Welt nicht ohne Einfluss auf viele Regionen einhergeht. Denn die Energie die durch Verdampfung in die Atmosphäre geht ist gewaltig. Dazu ist auch der Bereich nördlich von dem Nino3.4 Gebiet sehr warm, an der Westküste Nordamerikas ist aktuell schon eine maritime Hitzewelle am stattfinden. Die direkten Einflüsse sind natürlich für die Regionen die am Pazifik liegen. Dort wird es in der Asiatischen, Australischen und Ozeanischen Region sehr trocken mit Dürren und im Bereich von den Nord- und Südamerikanischen Kontinenten nass mit allen Begleiterscheinungen wie Fluten und Hochwasser geben. Bei La Niña (in den benannten Pazifikregion zu kühle Temperaturen) ist es anders herum, was durch eine sich jeweils ändernde Windrichtung in diesem Gebiet ergibt und die feuchte Luft entweder nach Osten oder Westen drückt.
Bei uns ist der Einfluss indirekter und kann auch durch unsere NAO oder AO überschrieben werden, doch je stärker das Ereignis, hat sich auch eine stärkere Beeinflussung ergeben. So ist eventuell schon ab Juni oder Juli und vor allem nächsten Sommer mit durchaus häufigeren Blockinglagen und allgemein höheren Amplituden des Vordringens der Warm- und Kaltluft zu rechnen, unterstützt wird das auch die Langzeitvorhersagen, die einen recht warmen Sommer anzeigen. Natürlich kann wie gesagt der Atlantik dazwischen Funken, aber die Wahrscheinlichkeiten sind dadurch erhöht.
Auch wie sich das El Niño Ereignis sich im Verbund mit der eben erwähnten maritimen Hitzewelle im Nordpazifik verhält und welche Auswirkungen das Zusammen hat ist eine spannende Frage, das sind einige tausend Quadratkilometer deutlich zu warmes Wasser die sich da an deuten.
Im Winter könnte das wiederum andere Auswirkungen haben, nasser gen Südeuropa und trockener im Norden z.B., doch sollte man dahingehend noch abwarten.
Hie am Ende noch einen interessanten Absatz dazu aus der Mittelfristbericht des DWD, wo sich der Meteorologe Helge Tuschy damit auseinandersetzt (Achtung lang!):
Zitat: Mal wieder erwartet uns eine aus meteorologischer Sicht eher überschaubare,
wenngleich noch recht unsichere Mittelfrist, die sich vom Mittwoch, den 20. Mai
bis zum Sonntag, den 24. Mai 2026 erstreckt.
Nutzen wir daher die vorhandene Zeit etwas und schauen uns die aktuell bereits
stattfindende Entwicklung der warmen ENSO Phase (El Nino-Southern Oszillation)
etwas näher an. Es ist absehbar, dass diese im Verlauf des Sommers und
nachfolgend einen nahezu globalen direkten und indirekten Einfluss auf die
jeweilige Witterung ausübt und somit auch uns mit beeinflusst.
Wer sich nur für die uns bevorstehende Mittelfrist interessiert, kann den
folgenden Abschnitt gerne überspringen und unter "AKTUELLE MITTELFRIST" wieder
einsteigen.
Beginnen wir mit einem minimalistischen Überblick über die Funktion der ENSO.
Konträr zu den Außertropen lässt sich in den Tropen zusammenfassen, dass
heftige/hochreichende tropische Konvektion mit warmen (tropischen)
Oberflächenwassertemperaturen und konvergierendem Bodenwind zusammenfallen, was
unter dem Strich den warmen Pool an Meereswasser mit Temperaturwerten jenseits
der 28 Grad Celsius im Westpazifik und die innertropische Konvergenzzone
ausmacht.
Die östlichen Passatwinde wehen dabei westwärts zum warmen Pool, wobei diese
beständigen Winde das Wasser im Westen des Nordpazifiks regelrecht aufstauen.
Dadurch liegt dort der Meeresspiegel meist mehrere Dekazentimeter (bis 50 cm)
höher als im östlichen Bereich des Pazifiks. Die beständigen Ostwinde stützen
zudem den sogenannten südlichen Äquatorstrom, der oberflächennah westwärts
strömt und als Ausgleichstrom den äquatorialen Unterwasserstrom antreibt, der
nach Osten strömt und dabei im Ostpazifik kühles Tiefenwasser per "upwelling"
zur Wasseroberfläche transportiert.
Das Spannende ist nun, dass Ozean und Meer gekoppelt sind. Über dem warmen Pool
entwickelt sich heftige Konvektion mit kräftiger/aufsteigender Bewegung, während
die Luftmasse über dem östlichen Pazifik wieder absinkt - der pazifische Ast der
Walkerzirkulation. Diese Druckanomalien wiederum treiben die Passatwinde weiter
an, die die Meeresströmung beeinflussen usw. - eine schöne Kopplung.
Was nun einen El Nino beginnen lässt ist unsicher und lässt sich unter dem
Strich mit zwei dominanten Theorien so zusammenfassen, dass entweder eine
natürliche Frequenz (gestört durch synoptisch-skalige Einflüsse) oder ein
Ereignis von außen das beschriebene System stören. Dies geschieht in Form
ausgeprägter sogenannter "westerly wind bursts", also nach Osten durchbrechender
Winde am Äquator, was irregulär in einem 30 Tage-Muster erfolgt. Diese Winde
kühlen nicht nur evaporativ die Meeresoberfläche ab, sondern erzeugen auch
sogenannte Kelvinwellen, die im Nordpazifik mit 2 bis knapp 3 m/s ostwärts
wandernd das warme Meereswasser ostwärts ausbreiten lassen und somit das
Aufsteigen des kühlen Tiefenwassers bei entsprechender Intensität und Frequenz
zunehmend unterdrücken. Dieser kombinierte Effekt (Abschwächung der Passatwinde
und des upwelling) sorgt für eine rasche und nachhaltige Erwärmung im östlichen
Pazifik, bevor die Wärme entlang der Küsten Nord- und Südamerikas polwärts
abgeführt wird und mit wieder einsetzender Abkühlung auch die Konvektion und
Walkerzirkulation und somit die Passatwinde in den Grundzustand zurückgebracht
werden. Die Entwicklung zu einer La Nina kann man sich aus dem Gesagten leicht
zusammenbauen.
Die aktuellen Vorhersagen für das sich nun entwickelnde El Nino Ereignis sind
seit letztem Monat erneut angestiegen. Wenngleich man die in früheren
Mittelfristen beschriebene "spring predictability barrier" berücksichtigen
sollte und auch, dass numerische Vorhersage ggf. auf aktuelle Ereignisse wie
einen ausgeprägten westerly wind burst zu offensiv anspringen, so zeichnet sich
unter dem Strich mittlerweile die Entwicklung hin zu einem außergewöhnlichen El
Nino Ereignis ab. Dies wird auch beim Blick auf vertikale Messungen der
Temperaturanomalien im tropischen Pazifik sichtbar, die den realen Ist-Zustand
anzeigen. Dabei werden aktuell bereits Anomaliewerte in rund 100 bis 200 m
Wassertiefe gezeigt, die ohne weiteres den Amplituden von früheren extremen El
Nino Ereignisse ähneln. Sprich, es sind nicht nur krude Modellvorhersagen, auf
die man sich stützt, sondern auch Echtzeitbeobachtungen, die eine potenziell
erhebliche El Nino Amplitude andeuten.
Ungefiltert könnte diese El Nino Amplitude im kommenden Spätherbst/Winter neue
Rekordanomaliewerte im östlichen tropischen Pazifik aufweisen. Aber auch wenn
man die Korrektur durch den anthropogenen Einfluss des sich wandelnden Klimas
mit Hilfe des RONI (Relative Oceanic Nino Index) berücksichtigt, muss man
mindestens von einem starken Ereignis ausgehen. Bei diesem (RONI) wurde
ermittelt, dass sich durch die Klimaänderung der Westpazifik rascher erwärmt,
was bei einem El Nino grundsätzlich den zonalen Gradienten der
Temperaturanomalien abschwächt und sich somit auch mildernd auf die Walker
Zirkulation auswirkt (inklusive Basin-weit steigender
Wasseroberflächentemperaturwerte). Doch davon abgesehen sprechen wir mit oder
ohne den anthropogenen Einfluss von einer umfassenden und intensiven Erwärmung
im Ostpazifik, die uns bevorsteht und zudem von einer begleitenden marinen
Hitzewelle bis weit in subtropische Bereiche flankiert wird.
Wie bereits gesagt ist die Konvektion an die warmen Anomalien der
Wasseroberflächentemperatur gekoppelt, sodass nun im Verlauf des Sommers
zunehmend über dem Ostpazifik mit dominanter und heftiger Konvektion gerechnet
werden muss. Diese Konvektionsmasse wirkt (salopp gesagt) wie ein Stein im Fluss
und sorgt stromab für neu induzierte Pfade von Rossbywellen, die sich in
Richtung Außertropen ausweiten und per Fernwirkung auch Europa beeinflussen (was
besonders auf extreme El Nino Ereignisse zutrifft).
Saisonalvorhersagen, wie die vom EZMF, erfassen den El Nino mittlerweile auch
hinsichtlich seiner außergewöhnlichen Intensität recht gut, sodass telekonnektiv
nun eine immer größere Übereinstimmung innerhalb diverser internationaler
Berechnungen zu erkennen ist - wohl im Verlauf des Junis/Julis auch zunehmend
Europa indirekt beeinflussend. Ähnliche frühere Ereignisse (Amplitude,
zeitlicher Verlauf, Platzierung etc). hatten im Verlauf des Sommers und dann
natürlich in den Herbst hinein zu feuchte Bedingungen über Südeuropa und zu
trockene Verhältnisse in Skandinavien und Osteuropa zur Folge, was auch so in
Saisonalvorhersagen auszumachen ist. Da zudem der Subtropenjet peripher der
Wärmeanomalie über Mittelamerika deutlich angefacht wird und dessen zonaler
Wellenfluss auch ostwärts vorankommt, dürfte das mit der Zeit das
Unwetterpotenzial über dem Mittelmeer im Verlauf des Sommers erhöhen. Derweilen
werden Trockenheit und Waldbrandgefahr über Nord- und Osteuropa immer mehr an
Bedeutung gewinnen, vor allem mit Blick auf die jüngsten Feuchteanomalien in
diesen Regionen. Westeuropa hingegen wird durch tiefes Geopotenzial beeinflusst
und wir in Mitteleuropa liegen zwischen den Stühlen. In welche Richtung das
Pendel bei uns ausschlägt hängt stark von der Lage und Intensität des
Rossbywellenzuges ab und auch von der Dominanz der Blockierungslagen im
Osten/Norden, die sich bei trockenen Verhältnissen gut und gerne westwärts
ausdehnen könnten (was teils von Saisonalvorhersagen angezeigt wird). Diese
Diskrepanz zeigt sich auch bei früheren Ereignissen, die teils
hochwasserträchtig (wie Juli 1997 oder August 2002), oder trockener und
hitzeanfällig (wie 2015 oder 2003) ausfielen. Allerdings sollte sich das
genannte Anomaliemuster erst im Verlauf des Spätsommers und den Herbst über voll
entwickeln und man darf auch weiterhin nicht vergessen - El Nino ist eine
Fernwirkung, wobei das Signal durch andere Oszillationen wie die NAO gerne
überschrieben wird.
Dieser Entwicklung spielt auch die bereits mehrfach beschriebene dynamische
finale Erwärmung innerhalb der Stratosphäre in die Karten. Der "drip painting"
Effekt aus der Stratosphäre hat den April über dominiert und klingt nun immer
weiter ab, hallt aber innerhalb der Troposphäre weiter nach. Dies hat zur Folge,
dass Störungen effektiv amplifiziert werden können in Form umfangreicher
Blockierungslagen, die auch in höheren Breiten ansetzen können. Beim Blick auf
die aktuelle Vorhersage der Häufigkeit der dominanten Wetterregimes des IFS-ENS
wird dies beeindruckend mit durchweg blockierungsträchtigen Lagen gezeigt.
Dieses nachhängende Signal und die sich im Verlauf des Sommers rasch aufbauende
Fernwirkung des möglicherweise extremen El Nino lassen daher die Blockierung
über Ost-/Nordeuropa zum Spätsommer und Herbst recht wahrscheinlich erscheinen,
sodass auch in Europa dann die genannte bimodale Feuchteverteilung
vollumfänglich einsetzen sollte.
Schmuders (Wipptal), Südtirol (1250m)
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